Montag, 8. Juni 2009

Hong Kong

Das war also Hong Kong! Die Luft kann man schneiden, die Stadt brummt, ein richtiger Großstadt-Dschungel. Wir haben einen Moment gebraucht um unser Hostel zu finden, es dann aber doch geschafft. Auch wenn man auf dem Weg regelrecht angefallen wird von Einheimischen die einen ihr Hostel schleppen wollen. Das Flyerverteilen ist hier eh ganz groß, dagegen kann die Mensa einpacken... Unser Hostel war klein im 15. Stock eines riesigen Hochhauskomplexes, unser Zimmer noch kleiner, das Bett hatte gerade Platz. Dafür alles sauber, kühl (!) und es gab sogar eine eigene Dusche für uns, die allerdings Klo und Bad in einem war :)… Hong Kong ist eh ziemlich sauber und hat viele Parks und Bäume. In den Parks sind aber auch mindestens so viele Gärtner und Straßenfeger zu finden wie Besucher.
Am ersten Tag sind wir von Kowloon, dem Stadtteil unserer Unterkunft, erstmal auf die Insel nach Hong Kong Downtown. Gigantische Einkaufsstraßen mit nobelsten Designerläden und ein paar Straßen weiter kleine Gässchen mit bunten Ständen und allem möglichen Ramsch zu Spottpreisen. Aber überall reges Treiben und an jeder Ecke ne Baustelle, mit Baugerüsten aus Bambus… Krasse Konstruktionen über ganze Hochhausfronten was hier locker mal 20 Stockwerke sind (bei den kleinen). Aber gut, es scheint zu funktionieren! Dann ging’s rauf zum „Peak“, der höchste Berg Hong Kongs und ein herrlicher Aussichtspunkt über die Stadt, besonders bei Nacht. Es ist schon gigantisch wie sich die Hochhäuser aneinander reihen und überall der Urwald in die Stadt quillt, auch wenn er am Stadtrand doch sehr gezähmt ist (bis auf die Mücken, man jucken die Stiche).
Nach einem komatösen Schlaf (Jetlag lässt grüßen) und einem gemütlichen Morgen ging’s auf Erkundungstour durch Kowloon: Gemüsemarkt (mmmhhjam, außergewöhnlich und manchmal auch etwas zu exotisch, aber probieren muss man ja), Jademarkt (das war was fürs Frauenherz :)), spirituelle Stätten (christlich, moslemisch und natürlich chinesische Gottestempel, welche Glaubensrichtung genau konnten wir allerdings nicht herausfinden). Hier gab’s auch einen Einblick in die nicht so schicken Ecken Hong Kongs, dafür authentisch und meist wurde uns freundlich begegnet und wir durften probieren auch ohne zu kaufen oder es wurde den begriffsstutzigen Touris geduldig der Weg erklärt. Allerdings musste ich leider bei einer abendlichen Tour auf einen Absacker in Soho, die ätzende Erfahrung machen beklaut zu werden. Kein gutes Gefühl, abgesehen davon dass unsere Kamera mit all den Bildern weg wahr (aber immer hin eine Reisegepäckversicherung). Grhh, elenden Langfinger(Clint Eastwood hat es in Grand Tourino etwas impulsiver ausgedrueckt...)
Aber ein gutes deutsches Bier im „Schnurrbart“, konnte unsere tief schwarze Stimmung wenigstens zu hellgrau retten ;). Also am nächsten Morgen erstmal los ne neue Kamera besorgt, ja und dabei gab’s gleich die nächste bittere Lektion und wir wurden ziemlich übers Ohr gehauen. Aber wenigstens haben wir jetzt wieder eine funktionierende recht gute Kamera für die wir leider ein bisschen zu viel bezahlt haben (dabei hatten wir uns vorher noch extra über Modelle und Preise informiert)… Zum Glück haben wir das erst Abends gecheckt und so hatten wir einen entspannten Tag mit Badeausflug zur Repuls Bay, einer kleinen Wanderung am Stadtrand und abschließend einem köstlichen Abendessen beim Thai, mmmhhh. Insgesamt war Hong Kong ziemlich spannend, leider hat die Kamerasache das ganze getrübt. Und ich mag den Geruch der Stadt nicht, klar jede Stadt hat ihre stinkenden Ecken, aber der Geruch nach Chinafutter oder alternativ Moder hing ständig in der Luft. Außerdem bin ich kein Großstadtkind, einfach en bissl zu stressig. Mir langen die Franzosen auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt ;).
Jetzt sitzen wir im Flieger nach Sydney und haben gerade einen fantastischen Sonnenuntergang über dem australischen Outback genossen :).
Ich lass bald wieder von mir hören und grüß euch alle aus Down Under!
Katharina und Christoph

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